Der erste Blick in die Völker

EinBlick in ein Bienenvolk im Hinterbehandlungskasten
EinBlick in ein Bienenvolk im Hinterbehandlungskasten

Dieses Jahr verhältnismäßig spät haben wir heute endlich wieder unsere Bienen besucht. Es ist jedes Jahr wieder schön, wenn man möglichst viele Bienen nach dem Winter begrüßen kann.
Bei der ersten Kontrolle legen wir besonderes Augenmerk auf den Gesundheitszustand der Bienenvölker.

Sind Spuren von Durchfallerkrankungen ersichtlich? Wie viel Brut haben die Bienen angelegt und sind alle Brutstadien vertreten (= ist das Volk "weiselrichtig" wie es im Fachjargon heißt, also ist die Königin noch da)? Mitunter kommt es gelegentlich vor, dass die Bienenkönigin die Belastungen der Ameisensäurebehandlungen im Herbst gegen die Varroamilbe nicht übersteht. Solche Völker haben dann keine Überlebenschancen, da sie im Herbst nicht mehr über die Rücklagen verfügen, eine neue Königin nachzuziehen bzw. Eine nachgezogene Königin nicht mehr begattet werden kann, da die Drohnen nicht mehr fliegen.

Reger Betrieb an den Fluglöchern
Reger Betrieb an den Fluglöchern

Haben die Bienen noch ausreichend Futter? Wir lassen den Bienen um diese Zeit meist noch etwa 3-4 kg Futter, das meiste befindet sich ohnehin in den Futterkränzen rund um die Brut auf den Brutwaben. Überschüssige Futterwaben entnehmen wir, haben die Bienen zu wenig Futter, setzen wir die überschüssigen Waben hinzu.
Zudem nehmen wir Futterkranzproben. Diese werden eingeschickt und anschließend auf Sporen von Paenibacillus larvae, den Erreger der Amerikanischen Faulbrut, untersucht. Diese ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Mit der Bescheinigung der Seuchenfreiheit können wir dann zum Veterinäramt gehen und dort ein Gesundheitszeugnis ausstellen lassen, welches es ermöglicht, auch in andere Landkreise mit den Bienen zu wandern.
Von 40 eingewinterten Bienenvölkern haben wir nun 32 erfolgreich ausgewintert. Verluste von 20% sind durchschnittlich. Bevor die Varroamilbe sich in Deutschland ausbreitete, lagen sie meist zwischen 0 und 10%.