Unsere Bienen

Lange haben die Bienen und die Imkerei ihre Tradition in unserer Familie. In den 1930er Jahren begann mein Urgroßvater die Bienenhaltung als Hobby an der frischen Luft. Heute erzeugen unsere Bienenvölker aromatischen Bio-Honig aus unserer Region und auf unseren eigenen Feldern.

Wie mein Urgroßvater begann

Die Imkerei hat in unserer Familie eine lange Tradition. Mein Urgroßvater kam 1935 zu den Bienen, nachdem ihm ein Arzt aufgrund von Atemwegsbeschwerden zu einem Hobby an der frischen Luft geraten hatte. So entschied er sich, seine Freizeit zu einem guten Teil den Bienen zu widmen. In der Lüneburger Heide war damals noch der klassische Bienenkorb, der Lüneburger Stülper, und die so genannte Korbimkerei sehr weit verbreitet, sodass er seine Bienen teils in diesen Strohkörben, zum anderen aber auch in Stroh-Magazinbeuten hielt. Diese gehörten damals schon zu den moderneren Beuten, da sich in ihnen mit beweglichen Waben arbeiten ließ und sie somit die Honigernte deutlich vereinfachten.

Leider fand er irgendwann nicht mehr ausreichend Zeit für die Bienen, sodass er das Hobby ruhen ließ. 

Neue Bienen, neues Glück

Mein Großvater griff dieses 1978 wieder auf. Das Interesse an den Bienen, mit dem er 44 Jahre zuvor infiziert worden war, setzte sich plötzlich wieder durch, sodass er sich wieder Bienen anschaffte. Während mein Urgroßvater zu seiner Zeit noch mit der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera), unserer ursprünglich heimischen Honigbienenrasse, geimkert hatte, hatte in der Zwischenzeit in Deutschland der Trend hin zur Kärntner Biene (Apis mellifera carnica), meist als Carnica-Biene bekannt, eingesetzt. So wurde auch meinem Großvater zur Carnica geraten, da ihr nach guten Zuchterfolgen vermehrter Sanftmut, größerer Honigertrag und mehr Schwarmträgheit nachgesagt wurden. Dazu wurden einige Golz-Beuten selbst gebaut und einige Jahre lang guter Honig von den Moorwiesen im Teufelsmoor, zwischen Bremen und Hamburg gelegen, geerntet. Die Golz-Beuten, benannt nach dem Imkermeister Wolfgang Golz, waren gerade in Niedersachsen weiter verbreitet. Sie hatten den Vorteil, dass sie sich bequemer bearbeiten ließen.

Nach dem Einfall der Varroamilbe Ende der 1970er-Jahren wurde das Imkern komplizierter und aufwendiger, die Völkerverluste stiegen enorm, die Behandlungsmethoden waren noch nicht ausgereift, sodass auch mein Großvater die Imkerei wieder ruhen ließ. 

Das ostdeutsche Beutensystem

2003 hat mein Vater noch einmal Bienen angeschafft. Das Interesse überträgt sich von Generation zu Generation und immer, wenn es schon fast in Vergessenheit geraten war, flammte es bald wieder auf. Da er nicht viel Zeit dazu hatte, wurde nur ein ganz kleiner Bienenwagen für drei Völker gekauft, in welches erstmal nur ein Bienenvolk einquartiert wurde. Die drei Bienenkästen auf dem Bienenwagen gehörten dem Typ der Hinterbehandlungsbeuten an. Dieser Beutentyp war der Standard in der DDR und ist dadurch auch heute noch insbesondere im Osten Deutschlands weit verbreitet.

Es sollte sich aber heraus stellen, dass man doch ein bisschen mehr Zeit in die Bienen investieren musste und als das Volk den Winter nicht überlebte, beließen wir es eben erstmal wieder dabei.

Wie es wieder losging

Im Februar 2010 wurde dann endlich unser neuer Bienenwagen mit Platz für 32 Bienenvölker gebracht. Ich habe mich sogleich an die Aufbereitung dessen gemacht, sodass schon im März die ersten zehn Völker einziehen konnten. Durch Ableger vermehrten wir in den kommenden Jahren immer weiter und konnten teilweise Bienenvölker abgeben, sodass wir heute bei 32 Völkern sind.

Im April 2012 wurde endlich die Anerkennung als ökologisch wirtschaftende Imkerei beantragt. Die einjährige Umstellungszeit schlossen wir somit im April 2013 ab. Seitdem produzieren wir Honig aus ökologischer Bienenhaltung und können auf die Einhaltung biologischer bzw. ökologischer Betriebsweisen verweisen.